Serien

Tote Mädchen lügen nicht

USA, 13 Reasons Why, 2017

13 Folgen in 1. Staffel


Die Highschoolschülerin Hannah Baker hat Selbstmord begangen.

13 Kassetten für 13 Personen hat sie hinterlassen. Die erste Person muss sich diese anhören und danach an den nächsten weitergeben. Sollte einer dem nicht nachkommen oder gar die Kassetten zerstört, hat sie dafür gesorgt, dass jemand für sie den Inhalt der Kassetten veröffentlichen wird. Nun ist ihr Schulfreund Clay dran und er zieht durch seinen Alltag und spielt die Kasetten ab, die Hannah hinterlassen hat und kommt so Geheimnissen seiner Mitmenschen auf die Spur.

Jede Folge ist einer Kassette gewidmet und somit den 13 Gründen, warum sie sich das Leben genommen hat.

* * *

Die Serie beginnt spannend, regt zum Nachdenken an und berührt. Ich will Hannah nicht vorwerfen, sie hätte dieses oder jenes tun, wissen, ahnen sollen. Menschen handeln nun mal nicht immer logisch oder richtig. Besonders in jungen Jahren reagiert man emotionaler, dramatisiert zu viel. Die Meisten buchen es als lehrreiche Erfahrung ab, andere leiden ein Leben lang darunter und wiederum andere ertragen es nicht und begehen Selbstmord. Die Idee der Macher macht durchaus Sinn, sie wurde aber meiner Meinung nach schlecht umgesetzt.

Die Gründe für den Selbstmord an sich: Schuldgefühle, Einsamkeit, als Schlampe abgestempelt und auf den Körper reduziert, Verluste von Freundschaften, Betrug, Vergewaltigung, all das sind nachvollziehbare Gründe bei einem Menschen mit geringem Selbstbewusstsein und auch noch jung und unerfahren. Was nicht nachvollziehbar ist, ist die Umsetzung.

Nach der dritten Folge stellt sich der Abwärtsgang ein. Clay verkommt zu einer unmöglichen Nervensäge. „Einfach Play drücken Junge und weiterhören, statt herumzupalavetieren!“ Am Ende wird er es doch tun, aber diese Hinauszögerungstaktik ist ab Mitte der Staffel unerträglich. Es ist ein unnötiges und künstliches in die Länge ziehen, dadurch wird die Handlung immer unlogischer.

Durch die gesamte Staffel hört man, dass Clay offenbar etwas furchtbares getan hat. Natürlich bin ich schon allein deshalb dran geblieben um endlich herauszufinden, was er denn nun so schlimmes getan hat, denn offenbar ist er ein Langweiler und war ihr bester Freund…

und endlich wird das Rätsel gelöst und WTF? Das kann doch wohl nicht ihr Ernst sein?

Am Ende angelangt, war ich einfach froh.  Realitätsfremd.

Ein langweiliger, nerviger Protagonist und eine hochsterilisierte typisch Amerikanische Highschool-Schülerin, deren Fehler übergangen werden. Zwar vernehmen wir, dass gewisse Dinge aus ihrer Perspektive anders sind als sie tatsächlich oder aus einer anderen Perspektive waren, aber der Fehler bleibt dann irgendwie an den anderen haften. Es ist ihre Wahrheit, aber nicht die Wahrheit. Am Ende triumphiert sie quasi über ihre „Feinde“ und ich glaube, dass könnte der Grund für die Selbstmorde sein. Quasi die Rache an denen, die einen verletzt haben. Die Serie zeigt nicht, dass nach der Highschool das Leben weitergeht und die Leute einfach ihr Leben leben.

 

 

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Medien · Schweiz

Schweiz – Serbien und der Adler

Ich bin keine Schweizerin, aber mit einer Ausnahme, bin ich bei der EM/WM für die Schweiz.

Die Provokationen im Vorfeld hab ich natürlich mitbekommen und gehofft, sie fegen sie vom Platz als Antwort.

Die erste Halbzeit war eine Katastrophe. Wie Kopflose Hühner rannten sie ratlos hin und her. Ich sah schwarz für die Schweizer Nati.

Dann der Ausgleich, 1:1 und der Adler! – WTF!

Shaqiris Reaktion nach seinem Tor und dem Sieg über Serbien löste bei mir leider nicht Freude aus, mir fiel die Kinnlade runter. Wer steht auf dem Platz? Der Kosovo?

Und was beschäftigt die Schweiz heute? Nicht, die Tatsache, dass die Nati aus einer Katastrophalen ersten Halbzeit den Sieg nach Hause geholt hat, sondern die Tatsache, dass die Nati eben keine Schweizer Nationalmannschaft ist. Der einen Hälfte ist es egal, Hauptsache gewonnen. Der anderen Hälfte, so wie mir, hat es die Stimmung versaut. Es war eine Beleidigung. Nicht nur für die Serben sondern auch für die Schweizerfans.

Während Spieler anderer Nationen das Trikot küssen, wenn sie ein Tor schiessen, zeigen Spieler der Schweizer Nati das Symbol eines anderen Staates.

Ja sorry. Bei mir ist die Freude dahin. Ich hab mich mehr über das Unentschieden gegen Brasilien gefreut als den Sieg über Serbien. Für mich gehören die beiden nicht mehr ins Team der Nati. Sie haben keine Grössen gezeigt und dort haben sie einfach nichts verloren. Und nun ist mir ihr weiterkommen ziemlich egal.

Schade.

Serien

Nobel

Quelle: Netflix

Norwegen, 2016 –

8 Folgen, 1. Staffel bisher


Lieutenant Erling Riiser, Angehöriger der norwegischen Armee und in Afghanistan stationiert, berührt bei einem Einsatz versehentlich eine verschleierte Frau und bringt sie damit in Gefahr. 

Auf Heimaturlaub in Norwegen, erhält er eine mysteriöse Nachricht. Er findet heraus, dass die Frau auch in Oslo ist und von ihrem Mann in einer Hotelgarage geschlagen wird. Er eilt ihr zu Hilfe und tötet den Ehemann, nicht ahnend, welche Konsequenzen das auf politischer Ebene, für seine Frau und Büroleiterin des Aussenministers, aber auch für ihn persönlich hat.


Bereits die ersten paar Minuten der Serie haben es in sich. Dabei sind es nicht mal blutige, brutale Bilder, die einen schockieren sondern die reale Tatsache an sich. Erzählt wird die Geschichte in Norwegen mit Rückblicken zum Einsatz in Afganistan.

Erling ist ein ruhiger, besonnener Ehemann, Vater und Sohn. Er ist aber auch Elitesoldat, der Befehlen folgt, ohne Fragen zu stellen. Ausgebildet, um zu töten und dabei die Gefühle zu unterdrücken. Im Krieg klappt das, aber zu Hause, in Frieden kommt er nicht so gut damit klar, er hat das natürliche Bedürfnis sich mitzuteilen, verstanden zu werden. Nur können unbetroffene Menschen damit nicht umgehen. Jeder weiss, im Krieg wird getötet. Davon zu hören ist aber nicht das Gleiche, wie es vorgeführt zu bekommen.

Die Serie kritisiert das Politische Vorgehen nicht. Sodaten haben sich, unabhängig ihrer persönlicher Einstellung, den politischen Spielchen zu fügen. Aber bereits mit Obamas Rechtfertigungsrede zur Gewalt im Vorspann, überlässt sie es dem Zuschauer, sich sein eigenes Bild zu machen. 

Die, für den Norden typische, düstere Titelmusik und Bilderdramatik passen perfekt. Die Besetzung ist hervorragend, sehr authentisch. Der Spagat zwischen Familie, Pflicht, Freundschaft und Politik ist glaubwürdig insziniert. Besonders die Gespräche mit seinem Sohn fand ich stark. Der Junge stellt, für ein Kind normale, Fragen und die brutale Wahrheit wird ihm kindgerecht verpackt erzählt. Fand ich faszinierend und schockierend zugleich. Auch die Einsätze in Afghanistan fand ich sehr gelungen dargestellt. Die Truppe agiert im Einsatz wie eine perfekt synchronisierte Tanztruppe. Kein rein, ballern, raus. Sondern eher eine beinah mystische, aufeinander abgestimmte Abfolge von Bewegungen. Beeindruckend.

Einzig die nordischen Namen sind mir immer noch nicht vertraut und es dauerte eine Weile, bis ich mich zurechtgefunden hatte und sie einordnen konnte. Aber ansonsten eine sehenswerte Serie. 


Serien

Marcella

Quelle: Netflix

Grossbritannien, 2016

8 Folgen in 1. Staffel


Gerade vom Ehemann sitzen gelassen, kehrt Marcella Backland nach 11 Jahren wieder in den Londoner Polizeidienst zurück. Ihr letzter Fall, die Grove Park Morde, erhält eine neue Wendung und bietet ihr eine willkommene Ablenkung von ihrem Privatleben.

Offenbar ist der Killer nach Jahrelanger Pause wieder zurück. Marcella hält den damaligen Hauptverdächtigen immer noch für den Täter. Aber auch sie neigt zu Gewaltausbrüchen und hat Blackouts, die durchaus sie selbst zu eine Mörderin gemacht haben könnten.


Alle Figuren der Serie haben Dreck am Stecken und viele Leichen pflastern den Staffelverlauf. Allerdings verzettelt sich die Serie in Nebenhandlungen und zieht sich unglaubwürdig in die Länge.

Diese Krimiserie ist viel zu klischeehaft, um spannend zu sein. Morde am Laufband ohne jegliche Spannung. Meine Neugier, wer es nun getan hat sank nach jeder Folge und ich wollte schon nach 5 Folgen aufgeben, aber wenn ich es bis hierher geschafft habe, dann wenigstens bis zum Schluss. Das Ende war dann aber nur enttäuschend, es machte einfach keinen Sinn, viele Fragen bleiben offen. Wohl, um Lust auf die 2. Staffel zu machen. Bei mir hat das nicht funktioniert.

Leider haben mich auch die meisten Darsteller nicht überzeugt besonders die Hauptdarstellerin. Sie hatte permanent den gleichen Gesichtsausdruck drauf, das fand ich in manchen Szenen sogar sehr irritierend. Da hat der Chirurg zu fest angezogen.

War leider nix
Serien

Black Widows – Rache auf Finnisch

 Finnland, (2014 – 2016)

Quelle: Fernsehserien.de
 24 Folgen in 2. Staffeln

Die drei Freundinnen, Veera, Johanna und Kirsi beschliessen ihren unglücklichen Ehen ein Ende zu setzen, in dem sie die ungeliebten Männer während des Urlaubs in die Luft sprengen. Für die Polizei ist klar, es war kein Unfall, die trauernden Wittwen sind aber überzeugend. Einzig der Beamte Petri bleibt misstrauisch.

Veera findet im Garten eine halbe Million Euro, die wohl ihr Mann Jukka versteckt hat. Dessen Geschäftspartner Rami ist auf der Suche nach diesem Geld und macht ihr das Leben schwer. Wie sich herausstellt, war Jukka in unsaubere Geschäfte verwickelt, in die nun auch die Wittwen hinengezogen werden.

Johanna, die Kinder gar nicht um sich haben will, muss sich mit dem Sohn ihres Mannes herumschlagen, dessen Erbe sie bereits in Bargeld und damit in ihr Traumauto verwandelt hat.

Kirsi, die endlich ihren depressiven Mann losgeworden ist, hüpft erstmal durch alle Betten, quält sich mit Geldsorgen und lässt sich in allem von einer Hellseherin beraten.

Neben ihren Alltagssorgen als frischgebackene Singles, müssen sich die Wittwen auch noch mit der Polizei, Rami, einer grossen Pharmafirma, einem Unbekannten und auch noch mit Jukka, der überlebt hat, herumschlagen.


Ich bin durch Zufall auf diese Serie gestossen und staune, dass sie so unbekannt ist. Es ist tatsächlich eine grossartige Serie!

Neben den authentischen und tollen Schauspieler/innen, überzeugt sie durch Spannung, Drama, Intelligenz aber auch Humor. Die Wittwen fand ich mit jeder Folge besser. Die Musik in Spannungsgeladenen Momenten hat mich allerdings an den Übungsalarm vor ein paar Tage erinnert, jedoch passend.

Für „nordische“ Serien, die oftmals durch düstere Bilder glänzen, gab es hier sehr viel Sonnenschein, mal was anderes.

Ich hab die Serie in einem Wisch geschaut, konnte gar nicht mehr aufhören. Einzig der Schluss liess mich mit offenem Mund dastehen. Das geht doch nicht! Das muss doch weitergehen! Tut es nicht, es gibt keine dritte Staffel, nicht mal eine einzige Folge. Es ist aus. Auch wenn glaubwürdig, so doch schockierend liess sie mich im Regen stehen.

Nichtsdestotrotz, wunderbare Unterhaltung, die ich nur weiterempfehlen kann.

US-Politik

Ein Jahr Trumpsche Unterhaltung

Quelle: Daily News

Seit einem Jahr sitzt er nun im Oval Office.

Trump als Präsi war keine Überraschung. Wen’s überrascht hat, der ist wohl nicht gut informiert.

Obama war ein cooler Präsident. Den kritisierten wir nicht. Der twitterte und postete auf Facebook, lächelte immer sympathisch und tänzelte in Hollywood während seine Drohnen Zivilsten töteten, die er dann tatsächlich auch noch als „Kollateralschaden“ bezeichnete. Aber er war cool. Wir sahen darüber hinweg, dass er mehr Menschen getötet hat als all seine Vorgänger. Allein 2016 hat der Friedensnobelpreisträger pro Stunde 3 Bomben abgeworfen, das sind Facts. Aber er war sooooooo viel besser als Trump. Weil er einfach cool war.

Dann kam Trump. Auf cool kann der wahrlich nicht machen. Aber unterhalten muss er uns ja trotzdem.

„Jetzt bauen die USA die Mauer an der Grenze zu Mexiko aus“ Schlagzeilen der „Wall of shame“ von 2011. 6 Jahre später regen wir uns darüber auf. Weil es Trump für sich nutzte. Auch mit der Einreisesperre hat nicht er angefangen, aber er hat es laut hinausgeschrien.

Er kündigt öffentlich und mit grossen TamTam das Klimaabkommen. Er hätte es auch einfach nicht einhalten müssen, passiert wäre nichts. Das Abkommen beinhaltet keine Konsequenzen bei Nichteinhaltung. Alle paar Jahre unterzeichnet man ein Neues, damit es so aussieht als würde sich die Elite für die Umwelt interessieren und damit wir Schafe nicht merken, dass das vorherige nicht eingehalten wurde. Aber Trump hat es laut hinausgeschrien, dass er schon mal gar keinen Bock drauf hat, so zu tun als würde er es einhalten.

Trump tut ganau das, was von ihm erwartet wird. Er unterhält uns. Das ist sein Job. Wer glaubt, der Typ im Oval Office hätte tatsächlich die Macht, glaubt auch an den Weihnachtsmann.

Nun hat er auch noch den Fake-News-Award verliehen. Nicht in allem hat Trump unrecht. Viele Storys die sie gebracht haben, waren schlicht und einfach Lügen. Ist die Glaubwürdigkeit nicht das Wichtigste, was eine Zeitschrift oder ein Nachrichtensender haben sollte? Besonders öffentlich-rechtliche (also mit meinem Geld finanziert SRG!)

Trump kann nichts verlieren, was er nie hatte und auch keinen grossen Wert darauf legt. Die Medien legen aber gar keinen Wert auf Wahrheit und objektive Information, wenn es um ihn geht. Trump hat nicht nur Leichen im Keller, er hat ganze Friedhöfe. Aber man bringt erfundene Storys, beschäftigt sich mit seinem Toupet, ob Melania ein Roboter ist oder was er schon wieder twittert, während das wirklich Wichtige, wenn überhaupt, irgendwo unter ferner liefen erwähnt wird. Aber vielleicht ist das auch nur Teil der Unterhaltungsshow.

Na dann auf ein Neues. Dass es vier werden, glaub ich nach wir vor nicht. Ich glaub nicht, dass er seine erste Amtszeit überleben wird. Ein Sündenbock wird gebraucht und dafür ist er einfach perfekt.

Bis dahin haben wir noch eine Weile Brot und Spiele.

Allgemein · Medien

#Metoo – sehr genervt

Nun, ich glaube jeder hat diese #Metoo Bewegung mitgekriegt. Auch ich. Nur dass bei mir diese Bewegung das grosse Kotzen verursacht.

Warum?

Na mal sehen…

Diese Verlogenheit

Wer sich ausserhalb des Mainstreams etwas über die Welt und auch Hollywood informiert, wusste schon lange, was da abgeht. Also wenn ich Nobody es wusste, kann mir keiner erzählen, in Hollywood hätten sie keine Ahnung gehabt, wer Weinstein ist. Die Medien sowieso nicht. Eine glatte Lüge.

Kaum hatten Asia Argento und Rose McGowan den Mut, öffentlich einen Namen zu nennen, bekundeten Angelina Jolie, Jeniffer Lawrence und andere Hollywood-Schauspielerinnen auf Social-Media, sie wären auch belästigt worden. Ach echt? Von dem Weinstein, den sie früher in den Himmel gelobt und sogar als „Gott“ bezeichnet hatten? Und bis jetzt einfach geschwiegen? Nie daran gedacht, anderen Frauen das gleiche Schicksal zu ersparen? Lieber eine Rolle als persönliche Integrität?

Von den Medien werden sie allesamt gelobt. Wofür denn? Dafür, dass sie sich für eine Rolle sexuell belästigen liessen, mit dem Ziel, es zum A-List-Celebrity zu schaffen. Die sollen nun als Vorbilder dienen?

Sind das nicht allesamt Frauen, die grossartig hinausposaunen „Ich bin eine starke Frau und steh für mich ein“?

Nun, ich glaube kaum eine Frau kennt das nicht: Anzügliche Sprüche oder sexuelle Angebote oder sogar begrapscht zu werden. Auch ich kenne das.

Begrapschte mich mal einer, dann gab’s reflexartig einfach eine Klatsche oder einen Tritt in die Kronjuwelen. Darüber hab ich nicht sinniert, nicht hinterfragt, ob das jetzt richtig oder falsch ist. Wer mich körperlich angefasst hat, konnte meine Reaktion sogleich körperlich spüren. Ich fühl mich aber nicht als Opfer. Ich konnte mich wehren. Es gibt leider mehr als genug Frauen da draussen, die das nicht können oder konnten.

Sexuelle Angebote gab’s noch und nöcher. Fühl ich mich deswegen belästigt? Nein! Auf eine Frage, gibt es eine Antwort. Ganz einfach. Ich habe die Wahl! Ich habe die Wahl „Nein“ zu sagen. Ich habe die Wahl auf einen dummen Spruch, einen noch dümmeren rauszulassen. Deshalb bezeichne ich mich als starke Frau. Deshalb werde ich nie Feministin sein.

Natürlich habe ich das Glück in der Schweiz zu leben. In einem Land, indem ich als Frau tatsächlich eine Wahl haben kann. Einem Mann wäre ich wahrscheinlich körperlich unterlegen, wenn er beschliessen würde, mir gar keine Wahl zu lassen. Aber das ist in diesem Beitrag nicht das Thema.

Zurück zu den starken Frauen à la Hollywood.

Letzte Woche schwebten sie dann alle in schwarz über den roten Teppich und „Time’s up“-Ansteckern.

THE SHOW MUST GO ON!

Quelle: Dailymail

Die liebe Oprah hielt eine berührende Rede. DIE Oprah, ein Medien-Mogul. Und wir klatschen alle mal in die Hände und tun mal so als hätte sie keine Ahnung gehabt.

Super! Da marschieren diese Frauen aus Solidarität in Schwarz auf, die beiden Frauen, die den Mut hatten, Namen zu nennen: Rose McGowan und Asia Argento waren nicht eingeladen. Verlogenes Hollywood  eben. Taylor Swift ist der Star, weil sie sich gewehrt und einen Radiomoderator verklagt hat (Gut so, aber wer findet den Unterschied?)

Die Konsequenzen

Ich bin absolut für die Wahrheit. Ich bin auch für Recht und Gerechtigkeit. Was mich besonders stört, ist was aus dieser Bewegung entstanden ist. Die digitale Inquisition und falsche Götzenbilder.

Früher reichte es aus, mit dem Finger auf die Nachbarin zu zeigen und „Hexe“ zu rufen und aus die Maus. Nun stehen wir vor dem gleichen Phänomen. Da schreibt eine #Metoo und einen Namen und der ist erledigt. Beweise? Er ist ein Mann!

Hab ich ein Glück als Frau auf die Welt gekommen zu sein, angeblich sind die Männer die Bösen dieser Welt. Aber ich stelle mir vor, ich wär ein Mann und mein Weg ist gepflastert mit gebrochenen Herzen oder Frauen, die ich irgendwann mal beleidigt habe (da ich als Frau schon etlichen auf die Nerven gegangen bin, glaub ich fest daran, dass ich als Mann erst recht viele Feindinnen hätte). Nun schreiben diese immer noch wütenden Damen einfach mal nach 10/20 Jahren meinen Namen in Social Media und ich wäre erledigt. Im Job, Frau, Kinder, Freunde sehen mich plötzlich anders an. Vergessen der Mensch, der ihnen bisher bekannt war. Selbst wenn ich beweisen könnte, dass es nicht stimmt. Es würde nie mehr wie vorher sein. Im Hinterkopf wäre immer noch dieser Gedanke des Arschlochs.

Genau das tun wir heute. Wir klagen jeden an, ohne Beweise. Mal abgesehen davon, dass es schwer zu beweisen ist, was unter zwei Menschen in einem geschlossenen Raum geschehen ist, wenn keine körperlichen Spuren zu sehen sind. Wir nehmen uns das Recht, den Mann erst Mal als Monster hinzustellen.

Es ensteht der Eindruck, alle Männer sind Belästiger, Vergewaltiger, Monster. Wenn ich berechne, wie viele Männer mir im Leben begegnet sind und wie viele davon ich als „Grüsel“ bezeichne, dann ist es nicht mal ein Prozent! Ob der Rest sexuelle Gedanken hat oder nicht, ist mir Schnuppe. Wenn ein Mann wegen mir sexuelle Fantasien hat, dann danke fürs Kompliment. Ich fantasiere ja schliesslich auch nur von heissen Typen.

Liebe Männer. Ich habe Verständnis. Ich verstehe euch, wenn ihr genug von uns Frauen habt. Ich an eurer Stelle würde mir wahrscheinlich jetzt auch lieber eine Gummipuppe bestellen.